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Metalocalypse-Vorpremiere PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Bartosz Dowhan   
Sonntag, den 27. Juni 2010 um 09:50 Uhr

Metalocalypse, eine Animationsserie über die - leicht abgedrehten - Abenteuer der fiktiven Metalband Dethklok, wird am 29.06. zum ersten Mal in deutscher Sprache über die Bildschirme flimmern. Am 24.06. hat im Kölner Cinedom im Rahmen des Großes Fernsehen-Festivals die Vorpremiere stattgefunden. Die Metalheads Köln/Bonn sind für euch dabei gewesen.

Für alle, die die Serie noch nicht kennen: Metalocalypse handelt von Dethklok - die härteste, bekannteste, reichste und auch gefährlichste Metalband der Welt. Dafür aber nicht unbedingt die hellste, so dass sie - mal mehr, mal weniger beabsichtigt - an jedem Ort der Welt Angst und Schrecken verbreitet. Diese Meinung stammt übrigens nicht von mir, sondern vom Veranstalter des gestrigen Abends, dem Medienforum NRW. Allerdings ist dieser Aussage nicht viel hinzuzufügen, denn sie trifft den Kern der Serie ziemlich perfekt.
Sei es nun durch das Töten des Publikums durch übertriebene Bühneneffekte oder die Erweckung eines überdimensionalen Trolls - Dethklok richten überall ein riesiges Chaos an, selbst beim Einkaufen. Nebenbei verbreitet die Band einen mörderischen Sound, der irgendwo zwischen Death- und Power-Metal liegt, und singt absurde Texte über Kaffeebohnen und Geburtstagsgeschenke. Das Ganze ist ziemlich übertrieben, extrem klischeehaft und zum Brüllen komisch - und ab dem 29.06. gibt es dies auf dem Sender TNT Serie dann auch endlich auf Deutsch zu bewundern.

In der deutschen Fassung sind auch Gastsychronauftritte von Doro Pesch, Mille Petrozza (Kreator), Schmier (Destruction) und Alf Ator (Knorkator) zu hören, welche bei der Vorpremiere für Fotos und Interviews zur Verfügung gestanden haben. Vor allem Doro, Schmier und Alf Ator haben nach ihrer Ankunft bereits vor dem Cinedom den Kontakt zu den Fans und Journalisten gesucht und bereitwillig Fragen beantwortet - inklusive der Chance das ein oder andere Foto schießen zu können. Einzig Mille hat sein Gefährt wortlos verlassen und ist im Cinedom verschwunden...
Im Cinedom hat es danach noch einen "offiziellen" Fototermin für die angereisten Journalisten gegeben mit anschließendem Interview über die Arbeit im Synchronstudio und der angeblich heiklen Frage, ob Humor tatsächlich einen Platz in der Metalszene hat. Die knapp 300 angereisten Fans und Journalisten haben diese Frage eindeutig mit "Ja" beantwortet und auch der Knorkator-Mann hat seine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema - schließlich halten sich viele Metalbands für die größte Band aller Zeiten und spielen dennoch um 14 Uhr vor desinteressierten Leuten auf einem Festival. "Da muss man schon Humor haben", um dies durchstehen zu können, stellt Alf Ator fest. Und auch Doro, Schmier und Mille scheinen nicht das Problem zu haben auch mal beim Lachen beobachtet zu werden. Auf die Frage, ob die Serie die Realität des Metallerlebens realistisch darstellt, gibt Doro eine etwas überraschende Antwort: "Es wird schon so gezeigt, wie es wirklich ist", um dann ein paar Sekunden später doch noch hinzuzufügen: "Aber alles etwas übertrieben". Die Zuschauer hatten sich schon ein wenig gewundert... Nebenbei haben die Anwesenden noch erfahren, dass es demnächst wohl doch wieder neues Knorkator-Material geben will - honoriert wurde Alf Ators Aussage mit lautem Klatschen und Johlen.
Nach dem recht netten (aber meiner Ansicht nach nicht wirklich informativen) Interviewteil, ist endlich das gezeigt worden, worauf alle gewartet haben: Sechs Folgen Metalocalypse auf Deutsch. Bei einigen werden jetzt sicherlich die Alarmglocken angehen, da Übersetzungen vom englischen Original in andere Sprachen angeblich immer einen Verlust an Wortwitz und anderem Humor bedeutet. Die Zuschauer scheint dies an diesem Abend nicht besonders gestört haben - ansonsten habe ich keine Erklärung dafür, dass sich der ganze Kinosaal schief gelacht hat.
Neben dem Fototermin, dem Interview und den sechs Folgen hat es für alle Anwesenden noch eine Tüte mit diversem Merchandise für lau gegeben - Poster, Kondome, Schlüsselanhänger, Kölsch-Glas, eine Jägermeisterkette zum umhängen (für die Proleten unter uns...), ein Wackenkartenspiel und -regencape, ein  Stift und zu guter Letzt: Pfefferminzbonbons ("Guter Atem trotz schlechtem Geschmack").

Ob ich nach diesem Abend nun ein Fan der Serie geworden bin (hab' sie vorher nämlich nicht gekannt)? Ich würde sagen ja. Dabei stellt sich mir nun ein Problem... leider empfange ich TNT Serie nicht... naja, man kann ja leider nicht alles haben...

 

Weitere Informationen:

http://www.myspace.com/dethklok

http://www.medienforum.nrw.de/nc/de/festival.html

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 27. Juni 2010 um 18:17 Uhr