| Ensiferum - From Afar |
|
|
|
| Geschrieben von: Dominik A. Klein |
| Sonntag, den 20. September 2009 um 13:30 Uhr |
The Longest Journey - so lautet der Titel eines 13 Minuten Werkes auf Ensiferums neuestem Long Player "From Afar" und so könnte man auch unseren gesamt Eindruck zusammenfassen. Die Songs sind vielfach langatmig und ziellos. Lies hier, was du von der Reise durch das Album erwarten kannst.
Das Intro By The Dividing Stream sorgt gleich für die erste Überaschung. Es ist ein rein akkustisch instrumentales Meditationsgedudel, das wohl eher der Abklang hätte werden sollen. Die erste Minute hätte ihren Zweck als Intro vollkommen erfüllt, absolut unverständlich, warum man sie vier mal wiederholen und das Lied so auf 3:50 aufblähen musste, bevor es mit dem namensgebenden Song des Albums From Afar wirklich los geht. Dieser setzt voll auf die Bombastkeule. In den Ring geworfen werden orchestrale Strings, Choräle, Bläser und ein Piano, die einen durchgängigen Soundteppich weben, auf dem der eigentliche Song schwimmen soll. Dem fehlt aber die Kraft eigener Ideen und er geht unter. Dies ist ein Manko des gesamten Albums. Mikko Mustonen, seines Zeichens verantwortlich für Komposition und Arrangement von Orchester und Flöten, hat sicherlich gute Arbeit geleistet, aber Ensiferum müssen sich vorwerfen lassen, sich selbst zu sehr zurückgelehnt zu haben. Schließlich erwartet kein Käufer dieser CD nur 60% Ensiferum mit 40% Orchester. Auf der Suche nach interessanten Gitarrensoli muss man zu lange Geduld haben. Passende Stellen werden z.B. lieber mit einer plötzlichen female voice vergeudet (Twilight Tavern). Dass sie es eigentlich besser könnten, beweisen jeweils die letzte Minute von Elusive Reaches und Stone Cold Metal. Bei letzterem kommen ab der Mitte plötzliche Western Gefühle a la Sergio Leone auf. Zurecht fragt ihr euch nun vielleicht, wie dies mit Ensiferum harmonieren kann. Ganz einfach: man lässt Ensiferum weg und Flöten, Piano und Mandoline übernehmen das Kommando. Das 11-minütige Heathen Throne hat es in sich, leider im negativen Sinn. Ein etwas gemächlicher Anfang geht über in nicht enden wollende, ruhige Stellen, die hier und da durch Schlagzeugeinlagen aufgelockert werden sollen. Die Melodielinie wogt undurchdacht die Tonleiter auf und ab, darüber kann auch die umfangreiche Orchestrierung nicht hinwegtäuschen. Sein Zwillingssong The Longest Journey (Heathen Throne Part II), mit fast 13 Minuten das längste Lied auf der CD, leidet unter der gleichen Krankheit. Nur eingefleischte Fans werden den Weg ohne Abkürzungen bis zum Schluss mit gehen. Das gelungene Smoking Ruins lebt von herabgesetztem Tempo, clean vocals und Gruppengesang, kann wohl als die Ballade des Albums gelten. Tumman Virran Taa ist ein kurzer a cappella Song auf Finnisch und erinnert stark an Gesänge aus Ronja Räubertochter. In meinen Augen ein guter Ansatz, warum nicht mehr davon in andere Lieder integrieren? Auf der Limited Edition gibt es noch Vandraren, ein Cover von Nordman. Für mich unverständlich, warum dies nur ein Bonus Track sein soll, denn endlich schafft es mal ein Song wie aus einem Guss zu klingen und im Ohr zu bleiben. Ein guter Abschluss eines insgesamt nicht ganz ausgereiften Albums! Der Klangqualität der CD ist auf sehr hohem Niveau. Bei der Produktion hatte Tero Kinnunen seine Hände im Spiel, der bisher insbesondere für Nightwish gearbeitet hat. Auch die Aufmachung der Verpackung (Limited Edition Digipak) ist gut gelungen. Schlichtes Booklet, welches in die Hülle integriert ist und auch eine Übersetzung von Tumman Virran Taa ist vorhanden. Alles in allem kann man sagen: "From Afar" überascht mit progressiven Ansätzen und Experimenten, die leider auch beim zehnten Hören nicht ganz zünden und langatmig wirken. Fetzige, einprägsame Schlachtengesänge wie auf den Vorgängern gibts dafür weniger. Rhytmisch könnte auch mehr Abwechslung geboten werden, sowohl bei den Hooklines der Leadgitarre als auch beim Schlagzeug. Stattdessen setzten Ensiferum meist lieber auf hohes Tempo. Insgesamt reicht es für eine bedingte Kaufempfehlung für Fans von Folk Metal oder Symphonic Metal. Wer Korpiklaani, Mägo de Oz, Nightwish oder Rhapsody of Fire mag, sollte sich "From Afar" unbedingt mal anhören. Anspieltipps: From Afar, Elusive Reaches, Vandraren Wertung: Titelliste: |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. September 2009 um 20:53 Uhr |




14 Jahre nach Gründung der Band Ensiferum erschien diesen Monat das vierte Studio Album "From Afar". Nachdem im letzten Album "Victory Songs" noch Meiju Enho das Keyboard auf Touren brachte, ist es beim neuen nun Emmi Silvennoinen. Sie dürfte den Fans bereits von den vergangenen Touren als Aushilfs-Keyboarderin bekannt sein und dem ein oder anderen vielleicht von Exsecratus. Im Großen und Ganzen bleiben Ensiferum ihrem Stil treu, jedoch verlassen sie sich dieses mal mehr auf orchestrale Untermalung, statt auf eigene Kreativität.