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Gojira - From Mars To Sirius PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Florian Schöler   
Montag, den 01. September 2008 um 13:20 Uhr

Es heißt "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen". So auch bei Gojira, die mit dieser Scheibe auf große Reise gehen.

CoverWie schon bei "The Link" ist es auch hier wieder schwer, Gojira in ein Genre einzuordnen. Der musikalische Grund aber ist der Death Metal, weswegen ich auch dieses Album dort einordne. Eines ist allerdings klar erkennbar, denn mit "From Mars To Sirius" haben Gojira ein Album geschaffen, dessen Lieder insgesamt kompakter und strukturierter sind. Die Spielereien vom Vorgänger sind nicht völlig entfernt worden, was auch sehr gut ist, aber sie sind deutlich seltener, was einen insgesamt runderen Klang ergibt.

Dass diese Scheibe gerne mal als "Wal Metal" bezeichnet wird, kommt nicht von ungefähr, betrachtet man einmal das Cover oder Titel wie Ocean Planet bzw. Flying Whales. Das Album ist im Grunde zwei Themen gewidmet, die allerdings Hand in Hand gehen: Die Zerstörung der Erde durch den Menschen und das Erkennen desselbigen durch die Wale als Bringer allen Lebens, die letztlich, wie der Albumtitel bereits sagt, fliehen und sich eine neue Heimat suchen. Wen das jetzt inhaltlich vielleicht abgeschreckt hat, der kann die Texte ja "überhören" und einfach die Musik genießen, die hat es nämlich in sich.

Das zeigt schon das Eröffnungslied, Ocean Planet, das zunächst von Walgesängen, wer hätte es gedacht, eingeleitet wird, die aber schon sehr bald durch ein heftig einsetzendes Schlagzeug abgelöst werden, zu dem sich dann ein sehr interessantes Riffing gesellt. Wer "The Link" kennt, wird sich hier gleich zu Hause fühlen. Mit Backbone folgt auch gleich der nächste Kracher, der ziemlich kompromisslos nach vorne geht, und auch From The Sky gönnt uns keine Ruhepause, bietet es doch von der ersten Sekunde an eine treibende Double-Bass Einlage, die sich nahezu durch das komplette Lied zieht. Joe schreit sich teilweise die Seele aus dem Leib und die Gitarren wechseln zwischen einfachen Riffs und melodischem Spiel.
Da kommt das kleine Instrumental Unicorn (in das hier und da mal wieder Walgesänge eingebaut wurden) gerade recht um wieder ein wenig runter zu kommen. Where Dragons Dwell bietet dann einen schönen Übergang zum wohl "schwersten" Lied des Albums, das seinem Namen alle Ehre macht: The Heaviest Matter Of The Universe. Zu Beginn noch leicht doomig-schleppend zieht das Tempo schon bald an und erzeugt eine leicht drückende Atmosphäre.
Über die nächsten drei Stücke geht es dann zu den namensgebenden Titeln From Mars und To Sirius, die letztlich den "Abflug" bzw. die Ankunft auf Sirius C (Anmerkung am Rand: Sirius C ist ein noch nicht näher bekanntes bzw. bewiesenes Objekt, dass sich um Sirius A bewegen soll. Sirius selbst ist ein Sternsystem im Sternbild "Großer Hund") beschreiben. Musikalisch sind die beiden Stücke, im Gegensatz zur textlichen Seite, nicht wirklich zusammenhängend. From Mars ist sehr ruhig gehalten, während bei To Sirius mal wieder die Handbremse gelöst wurde.
Seinen Abschluss findet das Album mit Global Warming, das über weite Strecken ein leicht psychedelisch wirkendes Gitarrenspiel zu Gehör bringt, in den Strophen erneut zeigt, dass Joe auch klaren Gesang beherrscht und für die letzten drei Minuten zum Instrumental wird, sieht man von der einen Textzeile ab, die immer wieder wiederholt wird.

An der Produktion gibt es im Grunde nichts auszusetzen, kommt der Sound doch glasklar aus den Lautsprechern.

Das Fazit lautet also: Wer schon einen der Vorgänger mochte, wird sich auch mit "From Mars To Sirius" schnell anfreunden können. Gojira sind sich ihrem grundsätzlichen Stil treu geblieben, haben ihn eher dezent weiter entwickelt und geradlinigere Strukturen in den Liedern geschaffen. Für Gojira-Neulinge ist dieses vielleicht sogar das beste Album für den Einstieg.

Anspieltipps: Ocean Planet, Backbone, The Heaviest Matter Of The Universe, To Sirius

Wertung:
8 / 10 Punkte


Weitere Informationen:

VÖ-Jahr: 2005
Spielzeit: 66:52 min
Genre: Death Metal
Label: Listenable Records
Homepage: http://www.gojira-music.com/

Besetzung:
Joe Duplantier - Gesang, Gitarre
Christian Andreu - Gitarre
Jean-Michel Labadie - Bass
Mario Duplantier - Schlagzeug

Titelliste:

01. Ocean Planet (5:33)
02. Backbone (4:18)
03. From The Sky (5:48)
04. Unicorn (2:09)
05. Where Dragons Dwell (6:54)
06. The Heaviest Matter Of The Universe (3:58)
07. Flying Whales (7:45)
08. In The Wilderness (7:47)
09. World To Come (6:53)
10. From Mars (2:25)
11. To Sirius (5:38)
12. Global Warming (7:51)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 01. September 2008 um 13:27 Uhr