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Gojira - The Link PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Florian Schöler   
Sonntag, den 27. April 2008 um 19:36 Uhr

Dass Franzosen mehr können, als guten Wein und Käse zu produzieren, beweisen Gojira auf ihrem zweiten Studioalbum "The Link". Darauf zeigen sie, dass man auch im extremeren Metal noch frisch und unverbraucht klingen kann.

CoverDie Musik von Gojira zu beschreiben, ist alles andere als eine einfache Aufgabe. Im Grunde spielen sie eine Art Death Metal, der aber in keinster Weise mit Szenegrößen wie Cannibal Corpse vergleichbar ist. Für extremen Metal ist die Musik auf "The Link" außerdem teilweise erstaunlich melodisch, auch wenn man sie deshab nicht dem Melodic Death zuordnen kann. Ein weiterer Grund für das schwere Einordnen ist der Gesang von Joe Duplantier. Dieser wechselt zwischen tiefem Grunzen, Schreien und teilweise klarem Gesang. Insofern sollte die Kategorisierung in das Genre des Death Metal eher als grobe Einsortierung gesehen werden und weniger als abschließende Beurteilung der Musikrichtung. Dafür spielen Gojira zu variantenreich.

Sehr schönes Beispiel dafür sind auch gleich der Opener The Link bzw. dessen Nachfolger Death Of Me. Das Schlagzeug-Spiel ist mal schleppend, stampfend nur um kurz darauf wieder schneller und runder zu werden. Wenig später gibt es dann wieder vetracktere Rythmen zu hören. Dem stehen die Gitarren der Herren Duplantier und Andreu in nichts nach. Mal schnörkellos, mal verspielt. Mal verflixt schnell, mal fast schon doomig langsam. Dabei auch stets präsent ist der Bass, der bei dieser Klangwand keinsfalls untergeht. Diese Musik ist also nichts, was man locker nebenbei hören kann, besonders während der ersten Durchläufe.
Nach diesen beiden Schwergewichten gibt es mit Connected zunächst eine kleine Verschnaufpause, bevor es mit Remembrance dann das erste mal so richtig in die Vollen geht. Schon zu Beginn bekommt man vom Schlagzeug eine volle Breitseite entgegengeworfen, der Gesang ist ein Stück agressiver geworden und das Tempo insgesamt deutlich erhöht, eines der Highlights dieser Scheibe, bei dem es Gojira im letzten Drittel dann doch nicht sein lassen konnten und wieder einige Spielereien mit rein bringen. Eigentlich schade, da ein reines Gerade-Aus-Stück sicher nicht schaden kann.
Danach gibt es, warum auch immer, schon die nächste Verschnaufpause, die man sich allerdings hätte sparen können und in meinen Augen getrost als Füllmaterial bezeichnen kann. Bis Wisdom Comes tut sich nun erstmal nicht viel, dieses haut in seinen fast zweieinhalb Minuten dafür umso mehr auf die Kacke. Knalliges Schlagzeug, schnelle Gitarren und ein grunz-schreiender Gesang, herrlich. Diesmal sogar ganz ohne die bis dahin gewohnten Spielereien, sie können also doch Gerade-Aus. Zum Abschluss gibt es mit dem leicht überlangen Dawn nochmal ein kleines Highlight, das weniger durch brachiales Spiel, als mehr durch eine sehr ausgewogene Songstruktur überzeugt und dabei ganz ohne Gesang auskommt.

Das Klangbild ist insgesamt sehr klar und gut abgestimmt.

Ein weiterer Punkt, der Gojira vom Death Metal Durchschnitt abhebt, ist die in den Liedtexten behandelte Thematik. Hier geht es zur Abwechslung mal nicht ums Schlachten, Töten, Ausweiden und ähnlichen sonstigen Death Metal Themen. Nein, hier wird unter Anderem die Natur sprachlich behandelt, besonders im Lied Embrace The World. Weiter unterstützt wird dies durch das schicke Booklet mit Fotos von Wäldern oder einem wolkenverhangenen Himmel.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Gojira auf "The Link" erstaunlich und erfreulich unverbraucht klingen und ein abwechslungsreiches Spiel zur Schau stellen, das nur schwer in gängige Kategorien einzuordnen ist. Nachteilig ist festzuhalten, dass mit Connected, Torii und Over The Flows meines Erachtens ein wenig zu viel Füllmaterial vorhanden ist und die Songs ein wenig mehr Geradlinigkeit vertragen könnten.

Anspieltipps: Remembrance, Embrace The World, Wisdom Comes

Wertung:
7 / 10 Punkte


Weitere Informationen:

VÖ-Jahr: 2003
Spielzeit: 47:03 min
Genre: Death Metal
Label: Next Music / Boycott Records
Homepage: http://www.gojira-music.com/

Besetzung:
Joe Duplantier - Gesang, Gitarre
Christian Andreu - Gitarre
Jean-Michel Labadie - Bass
Mario Duplantier - Schlagzeug

Titelliste:
01. The Link (5:05)
02. Death Of Me (5:46)
03. Connected (1:20)
04. Remembrance (4:59)
05. Torii (1:49)
06. Indians (3:57)
07. Embrace The World (4:37)
08. Inward Movement (5:49)
09. Over The Flows (3:05)
10. Wisdom Comes (2:32)
11. Dawn (8:01)
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 27. April 2008 um 19:36 Uhr