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Ayreon - 01011001 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Joerg Rings   
Donnerstag, den 21. Februar 2008 um 12:02 Uhr

Kurios - jahrelang wartet der Freund der gepflegten Metal Opera auf Nachschub, und da kommen am gleichen Tag mit Ayreon und Avantasia direkt die zwei prominentesten Vertreter des Genre mit Gastsänger-Nachschub.

AYREON-CoverArjen Anthony Lucassen heißt der Kopf hinter Ayreon, und vor diesem Album muss er sich gesagt haben: Never change a running system. Und ernsthaft - bei solch einem großartigem Katalog kann man auch einfach mal entspannt Werkschau betreiben. Eigentlich hat man alles auf "01011001" schon einmal gehört - auch andere Projekte wie Star One oder Ambeon schimmern hier und da durch. Die Gastsängerschar ist wieder enorm - und da ergibt sich allerdings auch mein einziger wirklicher Kritikpunkt: Trotz so vieler, großartiger Sänger fällt eigentlich nur einer so richtig auf, und das ist der gute alte Jorn Lande. Dieser liefert eine phantastische Arbeit ab, die an seine absoluten Großtaten bei Ark heranreicht. Ansonsten vermisse ich hier doch die klar hörbaren Rollen und Charaktere vergangener Alben. Dass z.B. der Hauptsong für Hansi Kürsch ein Schunkelwalzer ist, verwundert schon - kann der nichts anderes mehr singen?
Musikalisch bewegen wir uns also in Sphären, die wohl durch 'Space Metal' passend beschrieben sind - wuchtige Keyboards, außerirdische Soundwelten, oft akustische Gitarren und wechselnde Gesangsparts, und alles ausgetragen auf dem Rücken entspannten 70er-Jahre ProgRocks. Thematisch bleibt die Richtung gleich: Diesmal beschäftigen wir uns direkt mit der Rasse der Forever, denen fernab auf ihrem flüssigen Planeten die Emotionen abhanden gekommen sind, und die daher mal kurz auf einem useligen blauen Planeten den Neandertalern etwas Kultur nahebringen...ehrlich gesagt muss man aber nicht auf die Texte achten, die Musik bietet Genuss genug. Herauspicken sollte man eigentlich keine Songs, das Doppelabum bietet auf 100 Minuten dauerhaft hochwertige Qualität, nur der zweite Song Comatose hebt sich als wirklich außerordentlich gelungener, melancholisch schwebender Song ab.
Insgesamt bietet "01011001" das handwerklich erwartet hohe Niveau, allerdings verhindert auch der Mangel an herausstechenden Songs oder Sängerleistungen eine absolute Spitzenwertung.

Wertung:

8/10 Punkte 

Weitere Informationen: 

VÖ-Jahr: 2008
Spielzeit: 102:17
Genre: Progressive Metal
Label: InsideOut
Homepage: http://www.ayreon.com

Besetzung:

Arjen Lucassen - Alles was bei drei nicht auf den Bäumen ist
Ed Warby - Drums
Bob Catley - Gesang
Tom Englund - Gesang
Anneke van Giersbergen - Gesang
Daniel Gildenlöw - Gesang
Liselotte Hegt - Gesang
Floor Jansen - Gesang
Hansi Kürsch - Gesang
Jorn Lande - Gesang
Steve Lee - Gesang
Magali Luythen - Gesang
Jonas P. Renske - Gesang
Simone Simons - Gesang
Ty Tabor - Gesang
Marian Weiman - Gesang
Wudstick - Gesang
Phideaux Xavier - Gesang
Ben Mathot - Violine
David Faber - Cello
Jeroen Gossens - Flöte
Joest van den Broek, Thomas Bodin, Lori Linstruth, Michael Romeo, Derek Sherinian - Solobeiträge

Titelliste:

CD 1: 

1. Age of Shadows (10:48)
2. Comatose (4:27)
3. Liquid Eternity (8:10)
4. Connect the Dots (4:13)
5. Beneath the Waves (8:27)
6. Newborn Race (7:50)
7. Ride the Comet (3:29)
8. Web of Lies (2:50)

CD 2:

1. The Fifth Extinction (10:29)
2. Waking Dreams (6:32)
3. The Truth Is Here (5:12)
4. Unnatural Selection (7:16)
5. River Of Time (4:25)
6. E=mc² (5:50)
7. The Sixth Extinction (12:19)

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 10. April 2008 um 00:49 Uhr