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Dawn Of Tears - Descent PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Florian Schöler   
Samstag, den 16. Februar 2008 um 21:47 Uhr

Melodic Death Metal aus Spanien? Ja, das gibt's. Lest hier wie sich das Quintett gegen die etablierte Konkurrenz schlägt.

CoverEs ist ja schon selten genug, dass man mal etwas umsonst bekommt. Noch seltener ist es, wenn dieses etwas dann auch noch richtig gut ist. Beides trifft auf "Descent", das Erstlingswerk aus dem spanischen Hause Dawn Of Tears, zu. Das komplett in Eigenregie entwickelte Album gibt es auf der Internetseite der Band zum freien Download, und, ich nehme es schonmal vor weg, es lohnt sich.

Der Opener Blaspheme Natured Messiah wird zunächst vom Klang herniederprasselnder Regentropfen eingeleitet, bis sich kurz später die Gitarren sanft dazu gesellen, um schließlich vom Schlagzeug begleitet zu werden und nach ca. einer Minute dann das volle Feuerwerk abzubrennen. Es gibt fette Double-Bass Einlagen, einen mehr schreienden, denn grunzenden Gesang und schöne Gitarrenmelodien zu hören. Erstaunlich, wie schnell fast sieben Minuten vorbei sein können. Diese Mischung ist dann auch die Marschrichtung für die weiteren Stücke, was allerdings in keinster Weise Langeweile bedeutet. Es wird immer wieder geschickt Tempo rausgenommen oder mal ein Gitarrensolo in die Lieder eingearbeitet. Letzteres ist besonders bei Echoes Of Eternal Life hervorzuheben.

In Poisened Minds, Shattered Hearts zum ersten Mal und danach mmer wieder eingestreut werden weibliche Gesangspassagen, die aber nicht nur einfach in die Lieder reingeschoben werden, um sagen zu können, man hätte ja eine Frauenstimme verarbeitet, sondern auch immer wieder mit dem sonst dominanten Gesang des Herrn Alonso spielen, ja sogar duellieren und allgemein einfach sehr gut harmonieren.

Meinen persönlichen Gänsehautmoment habe ich im Refrain von Invisible Worlds Of Madmen. Das dortige Zusammenspiel aus Gesang, Gitarre und Schlagzeug ist einfach sehr atmosphärisch. Und getreu dem Motto "Save the best for last" kommt zum Abschluss das gut 14-minütige Mammutwerk Blood On Verona daher, das von einem sehr netten, ruhigen Klavierspiel eingeleitet, nach kurzer Zeit von chorartigem Gesamg begleitet und schließlich per Schlagzeug wieder in metallische Bahnen gelenkt wird. Imhaltlich erzählt das Lied eine Romeo und Julia Geschichte, musikalisch bieten Dawn Of Tears hier nochmal alles auf, was sie draufhaben, und das ist eine ganze Menge. Da kann sich so manche große Band noch eine dicke Scheibe von abschneiden.

Insegsamt begehen Dawn Of Tears mit ihrem ersten Album sicherlich keine neuen Wege im Melodic Death, aber das was sie spielen, spielen sie ausgesprochen gut.
Der Sound des Albums ist, hält man sich einmal mehr vor Augen, dass alles selbst produziert wurde, nur als sehr gut zu bezeichnen. Man könnte höchstens eine leichte Dominanz der Gitarren bemängeln, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Nebenbei ist auch das Cover, das man sich ebenfalls herunterladen kann, sehr schön gezeichnet. Das gleiche trifft auf das Booklet zu.
Somit hat sich "Descent" seine 8 Punkte redlich verdient und jeder, der Melodic Death Metal mag, sollte den fünf Spaniern eine Chance geben.

Wertung:
8 / 10 Punkte

Weitere Informationen:

VÖ-Jahr: 2007
Spielzeit: 58:11 min
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
Homepage: http://dawnoftears.com

Besetzung:
J. Alonso - Gesang
J.M. Astur - Gitarre
J.L. Trebol - Gitarre
J. Alvarez - Bass
J. Sierra - Schlagzeug

Titelliste:
01. Blaspheme Natured Messiah (6:50)
02. The Pit And the Pendulum (5:36)
03. Lost Verses (4:38)
04. Poisened Minds, Shatteres Hearts (4:35)
05. Echoes Of Eternal Life (5:31)
06. Invisible Worlds Of Madmen (5:22)
07. Bleeding Away (5:55)
08. Uncertain Life (5:10)
09. Blood On Verona (14:36)
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 16. Februar 2008 um 21:54 Uhr